Electrospinning
Das Elektrospinnen ist ein Verfahren zur Herstellung extrem dünner Polymerfasern im Bereich von einigen Nanometern bis zu wenigen Mikrometern. Bei dieser Methode wird ein an einer Kapillaröffnung hängender Tropfen einer Polymerlösung oder Schmelze einem starken elektrischen Feld bei Spannungen von 5 bis 80 kV ausgesetzt. Dabei bildet sich unter definierten Bedingungen ein dünner Polymerstrahl aus, der sich an der Gegenelektrode in Form eines Fadens als feines Vlies abscheidet. Die auf diese Weise hergestellten dreidimensionalen Materialien stellen geeignete Scaffolds für das Tissue Engineering oder Drug-Delivery-Anwendungen dar.
Wir sind in der Lage, Vliese aus Mikro- und Nano-Fasern bis zu einer Größe von 20 cm2 aus unterschiedlichen biokompatiblen Polymeren, wie z. B. aus Polyurethanen, Polylactonen, Polyestern sowie Copolymeren und aus einer Vielzahl an Biopolymeren herzustellen. Auch die Generierung von elektrogesponnenen Röhrchen und anderen 3D-Formen ist möglich. Mit der Wahl geeigneter Parameter für den Spinnprozess sind Faserstärken zwischen 100 nm und 15 µm einstellbar. Zusätzlich können die Nanofasern mit bioaktiven Substanzen, Farbstoffen oder Nanopartikeln beladen werden.
Zur Charakterisierung der Vliese werden neben der Bestimmung der Fasereigenschaften (Lichtmikroskopie, REM, EDX und XPS) das Degradationsverhalten unter physiologischen Bedingungen sowie die Cytokompatibilität in Besiedelungsversuchen mit unterschiedlichen Zelllinien untersucht.
Ansprechpartner:
Dr. Ralf Wyrwa
Dr. Torsten Walter
